Das Streben nach Glück – Utilitarismus nach Mill

[I’m sorry for my English readers – this is an only German text]

Leider musste ich meinen Blog in letzter Zeit aufgrund des Lernstresses ziemlich vernachlässigen. Jedoch will ich euch beweisen, dass ich im letzten Monat nicht ganz schreibfaul war und einen Teil meiner Seminararbeit für Philosophie veröffentlichen.

Das Greatest-Happiness-Priniciple

Mills Definition des Utilitarismus verfolgt das Ziel, die höchstmögliche Menge an Menschen glücklich zu machen.

Er behauptet „Happiness is desirable, and the only thing desirable as an end.“, also “Glück ist erstrebenswert und das einzige Gut nachdem man streben soll.” Diese These lässt sich wie folgt beweisen:

  1. Um etwas als erstrebenswert zu bezeichnen, müssen Menschen danach streben.
  2. Menschen streben nach Glück.
  3. Glück ist erstrebenswert.
  4. Man kann nach jedem Gut der Welt streben.
  5. All das was erstrebenswert ist, führt wieder dazu, dass man glücklich ist.
  6. ALSO: Glück ist erstrebenswert und das einzige Gut nachdem man streben soll.

Zudem muss natürlich noch definiert werden, welche Taten korrekt beziehungsweise inkorrekt sind um nach dem „Greatest-Happiness-Principle“ zu handeln. Jede Tat, die dazu ausgeführt wird um mehr Glück zu verursachen, ist richtig. Jede Tat, die das Gegenteil bewirkt, ist falsch. Glück selbst wird als Vergnügen in Abwesenheit von Schmerz definiert. Unglück dagegen folgt auf Schmerz und einem Mangel an Vergnügen.

Höhere und niedrigere Vergnügen

Zusätzlich hat Mill das Streben nach Glück nach höheren und niedrigeren Vergnügen aufgeteilt. In Benthams (= Begründer des Utilitarismus) Theorie hat Vergnügen einen höheren Wert je länger und intensiver es ausgeübt wird, während in Mills Theorie ein höheres Vergnügen immer mehr wert sein wird als ein niedrigeres.

Zu den niedrigen Vergnügen zählen alle körperlichen. Dazu gehören Grundbedürfnissen wie das Stillen von Hunger, Schlaf, der Fortpflanzungstrieb usw. Dinge bei denen wir uns nicht wirklich anstrengen müssen und die auch keine Auswirkungen auf unser weiteres Leben haben. Ein populäres Beispiel zu diesen niedrigeren Vergnügen, bezogen auf die heutige Zeit, wäre das Spielen von Videospielen oder der Genuss von sinnlosen TV-Shows. Nachdem dieses Vergnügen zu Ende ist, machen wir uns nicht wirklich mehr Gedanken darüber und sind auch nicht unbedingt stolz darauf, unsere Zeit damit „verschwendet“ zu haben.

Die höheren Vergnügen weichen von den eher animalischen Trieben ab und beinhalten mentale Vergnügen, wie jene die zu einer Weiterbildung unseres Wissens führen. Durch das Lesen von Büchern, Zeitschriften etc. bilden wir uns weiter und können uns dieses Wissen auch im weiteren Leben zu Nutzen machen.

Mill meint, sobald jemand in den Genuss beider Vergnügen gekommen ist, würde derjenige das höhere Vergnügen unverzüglich dem niedrigeren Vergnügen vorziehen. Dazu ein konkretes Beispiel: Wäre es nicht besser ein unbefriedigter Mensch als ein befriedigtes Schwein zu sein? Das Schwein alleine gäbe sich mit körperlichen, niedrigeren Vergnügen wie sich im Dreck zu wälzen zufrieden, doch der Mensch strebt nach etwas höheren. Nach Benthams Theorie wäre das Leben des Schweins dem des Menschen vorzuziehen, da es ein glücklicheres führt. Doch wenn man Mills Definition folgt, wählt man auf jeden Fall das Leben des Menschen, da er in der Lage ist dieses höhere Vergnügen zu genießen, wenn auch nicht dauerhaft.

Zu diesem Prinzip habe ich mir die Frage gestellt, ob es möglich ist ein wahrer Utilitarist zu sein. Um das Ganze zu testen, mussten Testpersonen folgende 3 Fragen beantworten:

  1. Was ist das höchste Gut, das die Menschheit besitzt? (ohne jetzt vorher den Artikel gelesen zu haben, was hättet ihr gesagt?)
  2. Welche 3 Ziele strebst du zurzeit an?
  3. Du stehst am Ufer eines Sees. In diesem See ertrinken zwei Personen. Die Liebe deines Lebens und ein Wissenschaftler, der kurz davor ist ein Heilmittel für Krebs zu erfinden. Du kannst nur eine der zwei Personen rette. Welche wählst du?

Mich würde interessieren, was ihr auf die Fragen geantwortet hättet. Schreibt es doch in die Kommentare 😉

Quelle: Mill, John Stuart. Utilitarianism. 2014. 14. Feb. 2015 <https://ebooks.adelaide.edu.au/m/mill/john_stuart/m645u/&gt;

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8 Gedanken zu “Das Streben nach Glück – Utilitarismus nach Mill

  1. philosophie? hab gedacht du machst germanistik? 🙂

    hmm manchmal frage ich mich ob wir nicht glücklicher wären, wenn wir keine höheren vergnügen wollen würden…

    zu deinen fragen:
    1. keine ahnung… ich als linguistin hätte vielleicht sprache geantwortet^^
    2. Ich will ein Jahr ins Ausland, mein Studium beenden und herausfinden was ich wirklich will (widerspricht ein bisschen meinem 2 wunsch weil ich mir bei meinem studium nicht wirklich sicher bin)
    3. ich würde den forscher retten, aber wenn ich wirklich in der situation wäre würde es vermutlich anders aussehen…

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      1. Achso^^ Und wie gefällt dir das Studium? Ich hab zuerst Lehramt Englisch und Deutsch gemacht und bin jetzt aber gerade dabei auf Englisch PP umzusteigen… Hauptsächlich weil ich mir das Deutsch Studium anders vorgestellt habe und weil ich bis 2021 fertig werden muss um nicht von Diplom auf Bachelor umgestellt zu werden… Bis 2021 klingt lang, aber ich gehe jetzt für ein Jahr nach Amerika und wenn ich wieder komme müsste ich genau in der Mindeststudienzeit fertig werden und du weißt bestimmt wie hart das an der Germanistik in Graz ist (bin schon zum 4. Mal nicht in Sprechen hinein gekommen…) und mit PP werde ich auf jeden Fall in der Zeit fertig und wenn es mir irgendwann wieder Spaß macht, mache ich Deutsch vielleicht als drittes Fach weiter…

        Mir gefällt dein Blog 🙂 Wenn ich ab August in Amerika bin, werde ich auch einen starten 🙂

        Gefällt 1 Person

      2. Naja, ich hoffe immer noch, dass ich mit dem Bachelor-Studium besser dran bin, als auf Lehramt, weil ich zum Beispiel beim Sprechen mehr Auswahl habe 😉 und so gefällt’s mir eigentlich ziemlich gut – muss es mir auch fast – denn wenn ich nochmal wechsle bin ich die Beihilfe los 😂 du musst dich unbedingt melden, wenn du mit deinem Blog online gehst- den würde ich wirklich gerne lesen 😉

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      3. Ja das mit der Beihilfe ist so ein Sch***, ich bin ja schon im 4. Semester, deshalb verliere ich sie jetzt… na ja, es sei denn ich finde noch irgendeinen cleveren Trick… aber die Uni und die ÖH sind da so gar keine Hilfe… 😦 Manchmal denke ich, kenne ich mich besser aus als die^^

        Werde ich machen 🙂

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  2. Ein Philosophie -Studium steht immer noch an oberster Stelle der Do-To- Liste , wenn ich in Pension bin. (Fällt das schon unter eines der 3 Ziele???)
    Dann habe ich (hoffentlich) genug Zeit, all deine Fragen zu überdenken. 😉

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